 |
 |
|
 |
 |
 |
|
Pop-Report vom 11.11.2009 |
|
|
|
|
|
|
|
 |
Kettcar (Foto: www.pertramer.at) |
Kettcar live und unplugged im Konzerthaus
Begeisternder Auftritt der Hamburger im Rahmen des Dortmunder Pop-Abos
DORTMUND, 07.11.2009 (100). "Wir machen jetzt etwas, was ich seit den Achtzigern mit einer Schülerband nicht mehr gemacht habe. Wir spielen jetzt ein Lied doppelt." Das Publikum im Konzerthaus Dortmund verlangte Kettcar wirklich Alles ab. Jeder Song wurde mit frenetischem Applaus bedacht und am Ende gab es Standing Ovations, so dass der Hamburger Band nichts weiter übrig blieb, als "Balkon Gegenüber" noch einmal zu spielen.
Am Anfang stand allerdings wie immer die Frage im Raum, ob es Sinn macht, dass eine Rockband, zumal eine mit Punk-Wurzeln, ihre Songs akustisch und mit Streichern zum Besten gibt. Im Falle von Kettcar lautet die einfache Antwort: Ja! Marcus Wiebusch, Erik Langer, Reimer Bustorff, Frank Tirado-Rosales und Lars Wiebusch haben ein spezielles Set zusammengestellt und mit einem Streichquartett der Neuen Philharmonie Frankfurt neu arrangiert. Auf der Strecke mussten dabei schnelle Songs wie "Deiche" bleiben. Im Mittelpunkt standen ruhige und melancholische Stücke, denen durch die Neubearbeitung mehr Dramatik und Wucht verliehen wurde und so wirklich eigenständig auch ohne elektrische Verstärkung bestens funktionierten.
Emotionaler Höhepunkt war sicherlich das Liebeslied "Balu", das Sänger Wiebusch alleine mit Akustik-Gitarre und Streichern vortrug. Nicht der einzige Gänsehaut-Moment des Abends. Auch die Ballade "Am Tisch" und die Hamburg-Hymne "Landungsbrücken Raus" jagten Schauer durch das ausverkaufte Konzerthaus. Kettcar spielten Songs aller ihrer bisherigen Alben, die der "Unplugged"-Vorgabe mit Streichern gerecht wurden. "Fake for Real", "48 Stunden", "Volle Distanz", "Money Left To Burn" oder das grandiose "Im Taxi Weinen" entfalteten im stilvollen Klassik-Ambiente eine besondere Wirkung, während einige offenkundige Live-Favoriten nicht zum Einsatz kamen. Das einzig wirklich "rockige" Stück des Abends war "Graceland" am Ende des Zugabenblocks. Dann war das Repertoire nach rund einer Stunde und fünfzehn Minuten ausgeschöpft und Kettcar blieb nicht anderes übrig, als eben "Balkon Gegenüber" noch einmal zu spielen, um das nach mehr verlangende Publikum zumindest ein wenig zufrieden zu stellen. Auf ausdrücklichen Wunsch der Band sangen die Zuschauer, die sich bislang etwas eingeschüchtert zurückgehalten hatten, diesmal auch mit.
Dabei fühlten sich Marcus Wiebusch und Co. zuerst selbst auch anscheinend nicht ganz wohl in ihrer Haut. Dem gediegenen Rahmen des Saales, in dem sonst Klassik-Stars zu Gast sind, angemessen (und auch wohl um neben dem Streichquartett nicht deplaziert zu wirken), hatten sich die Bandmitglieder in feine Anzüge geschmissen. Doch so ganz wollte man den alten Punk-Gestus dann doch nicht ablegen und so fing das Konzert mit einer Replik auf den bildungsbürgerlichen Anstrich des Veranstaltungsortes an: "Du wurdest geboren neben einem Aldi-Markt, steh zu deinem Aldi-Markt." Am Ende des Abends, der mit einem Solo-Auftritt des Weakerthans-Sänger John K. Samson stimmungsvoll eröffnet wurde, waren aber sowohl Künstler als auch Zuschauer restlos begeistert von der besonderen Atmosphäre.
Mit dem Auftritt von Kettcar in Dortmund hat das bundesweit einmalige Pop-Abo ein weiteres Mal bewiesen, dass populäre Musik im Konzerthaus neue Akzente zu setzen weiß und neue Besucherschichten anspricht. Weitere Konzerte der Reihe stehen mit Marianne Dissard (27.11.2009), Emiliana Torrini (29.01.2010) und Get Well Soon (08.05.2010) an. Mehr Informationen unter www.popabo.de.
Pop im Konzerthaus (ra) |
|
|
|
 |
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
 |
|
 |
 |
|
|
|
 |
|
|
 |
|
|
 |
|
|
 |
 |
Disclaimer Pop100 ist nicht verantwortlich für Inhalte von verlinkten Seiten externer Anbieter. |
|
|