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Pop-Report vom 13.11.2009 |
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CD Kritik
Jamie Cullum: "The Pursuit"
Gekonnter Crossover zwischen Jazz und Pop
Auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen ist ein Kunststück, das nicht jedem gelingt. Jamie Cullum hat damit allerdings kein Problem. Auch auf seinem fünftem Album "The Pursuit" gelingt dem englischen Pianisten und Sänger der Spagat zwischen Jazz und Pop.
Berühmt wurde der mittlerweile 30-Jährige mit der Interpretation von Jazz-Standards wie "What A Diff’rence A Day Made" oder "Singin` In The Rain" und Coverversionen von Pop-Songs wie "High And Dry" von Radiohead oder "Umbrella" von Rihanna. Auch auf "The Pursuit" findet sich wieder ein Hit des R´n`B-Stars. "Don´t Stop The Music" wird hier zu einem fiebrigen, rockigen Jazz-Stück. Daneben können aber auch die eigenen Songs des Briten bestehen, wie die erste Single "I´m All Over It", die feinster Pop ist, oder die funkige, fast discoartige Nummer "Music Is Through".
"The Pursuit" ist die erste Soloveröffentlichung Cullums seit vier Jahren. In der Zwischenzeit hat er unter anderem den Titelsong zum Clint Eastwood Film "Gran Torino" geschrieben und dafür eine Golden Globe-Nominierung erhalten. Für sein neues Album hat Cullum das heimatliche England verlassen und die Songs zusammen mit Freund und Produzent Greg Wells in Los Angeles aufgenommen, wo auch Mitglieder von Becks Band und Bläser, die bereits bei Michael Jacksons "Thriller" dabei waren, zu den Sessions stießen. Der swingende Opener "Just One Of Those Things" wurde mit dem Count Basie Orchestra live in New York im Studio von Tony Bennett eingespielt. Gleichwohl landeten auch Aufnahmen auf dem Album, die in seiner Küche in London entstanden, einfach weil sie besser klangen.
"Ich denke, dass es mir mit diesem Album fast schon gelungen ist, mein gesamtes Potenzial anzuzapfen und mich so zu präsentieren, dass einfach alles stimmt. Mit 19 hatte ich noch keine Ahnung, wie das alles zu klingen hatte oder was für ein Musiker ich sein wollte", sagt Cullum mit Rückblick auf sein erstes Album "Heard It All Before" aus dem Jahr 1999. Wahr ist auf jeden Fall, dass ihm nach dem mit Platin ausgezeichneten dritten Album "Twentysomething" (2003) nun der nächste Meilenstein seiner Karriere gelungen ist.
Puristen mögen die Nase rümpfen, aber "The Pursuit" schafft gekonnt den Crossover zwischen Jazz und Swing auf der einen Seite und kommerziellem Pop und Soul auf der anderen. Ein extrem abwechslungsreiches Album, das, obwohl es sich in vielen Stilen gleichzeitig versucht, aus einem Guss und leichtfüßig klingt.
www.jamiecullum.de. (ra) |
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