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Dominique Leguern, Direktorin der Midem |
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MidemJazzTalent 2010: Sophie Hunger (Photo Benoit Peverelli) |
Dortmund, 28.01.2010 (100). Nach fünf Tagen ging gestern die 44. Midem in Cannes zu Ende. Wie fällt die Bilanz aus? Was passiert in der weiten Welt der Musik? Was gibt es Neues? Eine Midem-Presseschau.
Zuerst mal der Überblick, den die Veranstalter schon am Vormittag des Abschlusstages gaben. So kamen, wie vorausgeahnt, ca. 10% weniger Teilnehmer als im Jahr zuvor, in dem ebenfalls ein Rückgang der Fachbesucher zu verzeichnen war. Die Midem-Direktorin Dominique Lequern wollte auf der Bilanzpressekonferenz aber nicht nur die Zahlen 7200, 78 und 3200 (7200 Fachbesucher aus 78 Ländern, 3200 Firmen, 28% davon zum ersten Mal) sprechen lassen, sondern ließ Midem-Besucher den Stellenwert der Midem 2010 hervorheben. Leguerns Fazit war eine Durchhalteparole an alle: "Wir werden einen immer stärkeren Akzent auf Servicethemen legen und Networking-Möglichkeiten schaffen. Aber Midem ist mehr als ein Abbild der Musikindustrie. Midem ist eine Reflektion dessen, wohin sich diese Industrie bewegt."
Dass die Messe unter den Professionals geschätzt wird, sieht man an der Liste derjenigen, die da waren. Sie kamen aus allen Bereichen der Musikindustrie. Bei den Plattenfirmen waren unter anderem Emi Group, Universal Music Group, Sony Music Entertainment, Warner Music Group, Pias, Mushroom, Nettwerk und Edel vertreten. Die Video und Game Branche war mit Activision/Blizzard, Ubisoft und Mtv Games am Start. Für die Live Industrie machten zum Beispiel Marek Lieberberg (ML Konzertagentur), Peter Gelb (The Metropolitan Opera), Harvey Goldsmith (Artist Management Productions), das Bonnaroo Festival, das Summer Sonic Festival aus Japan und das dänische Roskilde Festival der Midem ihre Aufwartung. Im Zeitalter der Apps und Social Networks waren auch Microsoft, Orange, Vodafone, Nokia, Spotify, The Orchard, ITunes, Rim/Blackberry, Amazon, Sellaband, Topspin, You Tube, Twitter, My Space und Ning da. An großen Marken ließen sich Coca Cola, Pepsi, Converse, Carhartt, Eastman Kodak und Nascar blicken, an Agenturen unter anderem Grey, Euro Rscg Klp und Cornerstone. Ganz besonders glänzte das Who is Who der Manager. Hier ließen es sich U2-Manager Paul Mc Guiness, Ian Mc Andrew (Arctic Monkeys), Chris Morrisson (Blur, Gorillaz, Morcheeba), Todd Interland (Lily Allen, James Blunt), Jean-Charles Carré (David Guetta), Iain Watt (Mika), Mark Wood (Imogen Heap), und Garry Blackburn, Manager von Madness, nicht nehmen, die Midem zu besuchen. Von Seiten der Verbände waren auch Vertreter von Ifp, Sacem, Gema, Bpi, Bmi, Sgae, Siae, Buma Stemra und A2im da. Einige Verbände und Interessengemeinschaften nutzen, wie gewohnt, die Messe für ihre Jahrestreffen.
Networking und Matchmaking war wie immer das große Thema der Branche. Es galt persönliche Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, Trends zu entdecken und Geschäfte zu machen. Und zum Networken, Dealen, Lernen und Trends zu erkennen, hatten die Veranstalter sich einiges einfallen lassen. Der Ausstellungsbereich war mit speziellen Meeting, Knowledge und Networking Points ausgestattet. Es gab "Country Speed Matching Sessions", in denen Firmen und Ländervertretern eine begrenzte Zeit gegeben wurde, um sich vorzustellen.
Zu Lernen und zu Lauschen gab es bei den unzähligen Panels und Keynotes von fast 200 Panelisten auch im Fokus der Kernthemen Images & Brands, International Record Publishing, International Indie und Manager einiges. Und auch sonst deckte das Konferenzprogramm alle Bereiche und Entwicklungen der internationalen Musikindustrie ab.
Bei der gleichzeitig stattfindenden MidemNet Lab wurden 15 internationale Startups vorgestellt. Ob wir von Aviary, Awido, BandCentral, Band Metrics, Digiclef, GoMix, Kickstarter, Pops, Radionomy, Silence Media, Songkick, StreamJam, Thesixtyone, Tracks & Fields und TuneWiki später etwas hören werden?
Im Länderfokus standen Japan und Deutschland. Im German Pavillon waren ca. 130 deutsche Aussteller vertreten. Ebenso wurde dort mit Bernd Neumann, dem Staatsminister für Kultur, Hans-Joachim Otto und Steffen Kampeter, den parlamentarischen Staatssekretären im Wirtschafts- bzw. Finanzministerium, deutsche Politprominenz begrüßt. Der German Pavillon war der Größte unter den 60 Länderständen.
Auch beim Abendprogramm musste den Labelvertreten, Agenten, Künstlern, Produzenten, Journalisten, Panelisten, Managern und Messebesuchern nicht langweilig werden.
Als Ehrengast eröffnete das Midem Partnerland Südafrika die Musikmesse mit einem Showcase, bei dem es seine wichtigsten musikalischen Vertreter, wie Jozi, The Parlotones und Wouter Kellerman, vorstellte.
Hör-Sessions nicht nur als Werbeveranstaltung (natürlich O-Ton der Agenturen), sondern als Casting für Videospiele, Filme, Fernsehshows boten Mtv, die Songs für Shows suchten. Die Werbeagentur Grey suchte ein Lied für eine Shampoo-Marke, Riptide war auf der Suche nach einem Movie Trailer. Ob DJ Hero in seiner Listening Session, zu der vorab Stücke eingesandt werden konnten, auch einen brauchbaren Song für eine kommende Ausgabe des Musik-Games fanden?
Livekonzerte gab es aus den Bereichen Pop, Rock, Jazz und Classic. Neben den Showcases von Newcomern gab es den Midem Jazz Club und Showcases von Bands aus Japan, Taiwan und Österreich.
Beim britischen Abend im Martinez Hotel traten Bobby Long, Chipmunk, Davy Knowles and Back Door Slam, Howard Monk, Katy Shotter, Newton Faulkner sowie Robinson and The Yeah You’s auf.
Zu den Talenten mit einem hohem Exportpotenzial, den MidemTalents des Jahres 2010 durften sich Depredo (Spanien), Diving with Andy (Frankreich), Hafdís Huld (Island), Hindi Zahra (Frankreich), King Charles (Großbritannien), Lisa Hannigan (Irland), Paco Volume (Frankreich), Plasticines (Frankreich), The Black Swan Effect (United Kingdom), Wayne Beckford (Großbritannien) sowie für die Sparte Jazz Francois Bourassa Quartet (Kanada), Sophie Hunger (Schweiz), Tigran Hamasyan Quintet (Armenien/USA) zählen und ihre Musik im Hotel Carlton an der Croisette einem geschulten Publikum präsentieren. In den Jahren zuvor debütierten auf der Midem bereits Amy Whinehouse (2007), Katie Melua (2005) und Razorlight (2004).
Jazz Highlights der Midem setzten Klaus Doldinger’s Passport Classic (mit Curt Cress, Wolfgang Schmid und Kristian Schultze) und Nils Landgren & The Act Family Band, die beide zu Siggi Lochs, dem Gründer und Produzenten des Jazzlabels ACT, Juibiläumsnacht anlässlich seines 50-jährigen Berufsjubiläums spielten.
Kleine Showcases fanden zum ersten Mal unter dem Namen "The Fringe" in einem Irish Pub statt.
Neben den üblichen Showcases gab es auch die üblichen Preisverleihungen. Bei den von den Europäischen Radiogruppe NRJ vergebenen 11. NRJ Music Awards waren unter den Nominierten The Black Eyed Peas, Mika, Robbie Williams, David Guetta with Kelly Rowland and Akon, Michael Bublé, Rihanna und Beyonce. Die Preise gewannen für das "Album of the year" David Guetta (One Love), als "Male artist of the year" Robbie Williams, als "Female artist of the year" Rihanna, für den "Song of the year" The Black Eyed Peas (I Gotta Feeling), für die "Band or duet of the year" Tokio Hotel und als "Newcomer of the year" Lady Gaga.
Auch der europäische Dachverband der Independents (Impala) vergab seine Awards auf der Midem. Das Gegenstück zur "Goldenen Schallplatte" ging in der Ausführung "Multiple Platinum" an Katie Melua für ihr Album Pictures, als "Double Platinum" an The Prodigy für Invaders must die. Den "Diamond Award" erhielten Arctic Monkeys (Humbug), Dead Kennedys (Fresh Fruit For Rotting Vegetables) und Franz Ferdinand für Tonight. Alle weiteren sehenswerten Gewinner finden sich auf der Impala-Seite. (ug) |
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